Management Summary zur Pöyry Studie

Bei einer ganzheitlichen Betrachtung der Erzeugung aus Erdgas und Steinkohle verringert sich der Emissionsunterschied unter Berücksichtigung von Förderung und Transport.

Erdgas ist ein fossiler Brennstoff, dessen CO2-Emissionsfaktor geringer ist als der von Steinkohle. Unter alleiniger Betrachtung der direkten Emissionen, die bei der Stromerzeugung entstehen, besteht ein Emissionsunterschied zwischen GuD- und modernem Steinkohlekraftwerk im Volllastbetrieb von rund 53% (ohne Einbezug einer Wärmenutzung). Bei offenen Gasturbinen sind es hingegen rund 26% zugunsten der Stromerzeugung aus Erdgas.

Bei einer ganzheitlichen Betrachtung unter Berücksichtigung von indirekten Emissionen, die durch Förderung und Transport entstehen und der direkten Emissionen der Verstromung verändert sich der Emissionsunterschied der fossilen Energieträger jedoch. Dies liegt darin begründet, dass die indirekten Emissionen von Steinkohle bezogen auf den Energiegehalt um bis zu 45% geringer sind als die indirekten Emissionen von Erdgas. Pro geförderter und transportierter Kilowattstunde Kohle fallen rund 74 gCO2äq an, während bei Erdgas rund 134 gCO2äq entstehen.

Berücksichtigt man die direkten und indirekten Emissionen reduziert sich der Emissionsunterschied zwischen GuD- und modernen Steinkohlekraftwerken auf rund 36% im Volllastbetrieb (ohne Berücksichtigung einer Wärmeauskopplung). Betrachtet man offene Gasturbinen, so verschwindet der Unterschied nahezu im Vergleich zu einem modernen Kohlekraftwerk.

Die fluktuierende Erzeugung aus erneuerbaren Energien im deutschen Strommarkt erfordert jedoch immer häufiger den Teillastbetrieb. Betrachtet man daher die Gesamtemissionen unter Teillast, so reduzieren sich die gesamthaften Emissionsunterschiede, bedingt durch die schlechteren Wirkungsgrade, zwischen GuDund modernem Steinkohlekraftwerk auf bis zu 30% (wiederum ohne Betrachtung einer Wärmeauskopplung). Bei einer offenen Gasturbine im Teillastbetrieb liegen die gesamthaften Emissionen um bis zu 76% höher als bei modernen Steinkohlekraftwerken. Ein Ersatz von modernen Kohlekraftwerken durch offene Gasturbinen, im Teillastbetrieb, wäre aus einer ganzheitlichen Emissionsbetrachtung heraus nicht von Vorteil.

Im Rahmen der Analyse wurden umfassende internationale Studien zu den Emissionen durch Förderung und Transport von Steinkohle und Erdgas verglichen und ausgewertet. Für die Berechnung der indirekten Emissionen für den Standort Deutschland wurde der deutsche Erdgas- und Kesselkohlemix in 2014 mit seinen Bezugsquellen und -ländern zugrunde gelegt.

Die Ergebnisse wurden als Bandbreite der in der Literatur angegebenen Minimal und Maximalwerte dargestellt je Wertschöpfungsstufe dargestellt. In den Grafiken dieses Dokuments ist der prozentuale Unterschied der Maxima der jeweiligen Erzeugungstechnologie dargestellt.