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von VDKi


Pressemitteilung 3/2022

Russische Kohle kann ersetzt werden

Nach einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedern des Vereins der Kohleimporteure e.V. (VdKi) können die Steinkohleimporte aus Russland zumindest mittelfristig vollständig durch andere Länder ersetzt werden. Und zwar aus Ländern wie USA, Südafrika, Australien, Kolumbien, Mosambik, Indonesien. Rund 80 Prozent der befragten Mitglieder sprachen sich dafür aus.
Alexander Bethe, Vorstandsvorsitzender VdKi:“ Es gibt einen gut funktionierenden Weltmarkt mit etwa einer Milliarde Tonnen Steinkohle. Deutschland hat im letzten Jahr rund 20 Millionen Tonnen Steinkohle (davon rund 18 Millionen Tonnen für die Kraftwirtschaft) aus Russland importiert. Das sind etwa zwei Prozent des Welthandels“.

Wegen der Umstellung von Warenströmen und Knappheiten bestimmter Kohle-Qualitäten wird es nach Ansicht des VdKi kurzfristig zu Preissteigerungen kommen. Nach Ansicht von rund 60 Prozent der befragten Mitglieder werden die Preise für Import-Kohle mittel- bis langfristig allerdings stagnieren.

Ein möglicher Lieferstopp kommt für den Verband der Kohlenimporteure wenig überraschend. Bereits seit September letzten Jahres häufen sich logistische Probleme beim Import von russischer Kohle. Seitdem suchen Handel und Verbraucher nach Alternativen und importieren bereits aus anderen Ländern als Russland.
Überdies hat die russische Steinkohle besondere qualitative Eigenschaften. Die Umstellung auf alternative Kohle-Qualitäten wird die Kraftwerksingenieure in der Übergangszeit sicher fordern, die Umstellung wird nicht einfach. „Aber letztendlich“, so Alexander Bethe, „werden wir diese Herausforderung meistern“.

Die aktuelle Versorgungslage für diesen Winter bewerten 56 Prozent der Befragten mit „ausreichend“. Und für den nächsten Winter weitere 22 Prozent.
Die überwiegende Mehrheit der befragten VdKi-Mitglieder – 84 Prozent – sprechen sich zudem im Rahmen einer Nationalen Kohlereserve für eine dezentrale Bevorratung von Steinkohle aus. 16 Prozent sind für eine zentrale Lagerung.
Dr. Stephan Riezler (Steag), VdKi-Vorstandsmitglied:“ Bis zum nächsten Winter sollte der komplette Verzicht auf russische Kohle möglich sein“. Dabei ist aber zu berücksichtigen: Deutschlands strengste Emissionsgrenzwerte müssen unter Umständen für einen überschaubaren Zeitraum angepasst werden.

Befragt wurden online alle 44 Mitglieder. Für etwa 10 der Mitglieder ist die Befragung irrelevant, da sie weder Kohlen handeln noch verbrauchen oder lagern. Unsere Aussagen basieren auf 20 beantworteten Fragbögen und sind mit über der Hälfte an zu erwartenden Rückmeldungen repräsentativ.

 Berlin, 08. April 2022

V.i.S.d.P: Verein der Kohlenimporteure e. V., Jürgen Osterhage, Geschäftsführer

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