Pressemitteilung 01/2019

Welthandel mit Steinkohle 2018 um 3,7 % gestiegen, globale Steinkohleförderung um 1,7 %

Deutsche Kraftwerkskohleneinfuhren 2018 um 17 % eingebrochen – Steinkohleneinsatz zur Stromerzeugung hat sich seit 1990 halbiert

Die bestehenden Steinkohle- und Erdgaskraftwerke werden zum Ausgleich der schwankenden Einspeisung der erneuerbaren Energieträger so lange gebraucht, wie es keine geeigneten und wettbewerbsfähigen Speichermöglichkeiten gibt

Nach vorläufigen Berechnungen des Vereins der Kohlenimporteure e. V. ist 2018 der Welthandel mit Steinkohle um 3,7 % auf 1.202 Mio. t. gestiegen, die globale Steinkohleförderung um 1,7 % auf 7,1 Mrd. t. Allein die Produktion von Indien erhöhte sich um 54 Mio. t oder 8,2 % auf 714 Mio. t. Die seewärtigen Ausfuhren nahmen in Australien, Indonesien, Russland und den USA und damit in allen wichtigen Exportländern zu.

Die großen Produzentenländer China und Indien sind zugleich große Verbraucher von Importkohle und eine wichtige Stütze des Steinkohlewelthandels. Der Anstieg des Welthandels mit Steinkohle ist zudem auf die wachsende Nachfrage in Südostasien zurückzuführen.

Die deutschen Steinkohleneinfuhren sind gegen den globalen Trend um rund 13 % oder 7 Mio. t massiv zurückgegangen. Während die Einfuhren von Kokskohlen um 5 % zurückgingen, brachen die die Einfuhren von Kesselkohlen um 17 % ein. Ursächlich hierfür ist die wachsende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern und der verschärfte Wettbewerb mit Erdgas nach dem deutlichen Anstieg des CO2-Preises.

Diese Zahlen machen mehr als deutlich, dass der Ausstieg aus der Steinkohleverstromung in Deutschland bereits Realität ist. Dennoch werden die bestehenden Steinkohle- und Erdgaskraftwerke zum Ausgleich der schwankenden Einspeisung der erneuerbaren Energieträger so lange gebraucht, wie es keine geeigneten und wettbewerbsfähigen Speichermöglichkeiten gibt. Die Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung („Kohlekommission“) sollte deshalb bei ihren anstehenden Beschlüssen auf einen praktisch umsetzbaren Zeitpfad achten und die bereits geleisteten Emissionsminderungen der Steinkohle würdigen.

Berlin, 18. Januar 2019