Der VDKi hat einen neuen Vorsitzenden

Alexander Bethe, Appointee des japanischen Energiehandelshauses JERA Global Markets, hat das Amt vom langjährigen Vorsitzenden Dr. Cieslik übernommen, der seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten ist. Er wurde auf der a. o. Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Auch Geschäftsführer Wodopia geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Manfred Müller.

Mit der ersten Stilllegungsausschreibung offenbart der Kohleausstieg ein großes Problem: die jüngsten und modernsten Steinkohlenkraftwerke gehen überraschenderweise zuerst. Die gesicherte Leistung wird in Deutschland bald knapp werden. Steinkohlenkraftwerke sind flexibel und könnten Erneuerbare passgenau unterstützen.

Corona-bedingter Rückgang im Handel: Welthandel mit Steinkohle im Seeverkehr 2020 um 10,9 % gesunken, globale Steinkohleförderung um 3,0 %.

Steinkohle in Deutschland: drastischer Rückgang setzt sich fort - Deutsche Kesselkohleneinfuhren sind 2020 um 29 % zurückgegangen.

 

Nach vorläufigen Berechnungen des Vereins der Kohlenimporteure e. V. ist die globale Steinkohleförderung 2020 um 3,0 % auf 7,0 Mrd. t zurückgegangen. Während die Produktion in China um 100 Mio. t oder 2,7 % zunahm und sie sich auch in Indien um rund 20 Mio. t erhöhte (+2,8 %), nahm die Produktion in allen anderen Ländern mehr oder weniger stark ab. Dies trifft insbesondere für die am Weltsteinkohlenhandel beteiligten Länder zu, die unter dem Corona-bedingten Wirtschaftseinbruch zu leiden hatten. Der Welthandel mit Steinkohle im Seeverkehr ging 2020 Corona-bedingt um 10,9 % zurück. Besonders hart getroffen hat es Kolumbien (-33 %) und die USA (-29 %), die unter dem Nachfragerückgang auf dem atlantischen Markt zu leiden hatten. Die südostasiatischen Volkswirtschaften erholten sich vergleichsweise schnell von der Corona-Krise. Die Exportrückgänge waren deshalb für Südafrika (-2 %) und Australien (-6 %) geringer, weil sie zunehmend diesen Markt bedienen. Die kanadischen Ausfuhren – hauptsächlich Kokskohle - legten sogar leicht zu (+3 %).

Die deutschen Steinkohleneinfuhren sind 2020 um 24 % oder 10,4 Mio. t deutlich gesunken. Die Einfuhren von Kokskohlen gingen um 11 % zurück, die Einfuhren von Kesselkohlen um 29 %. Die Stromerzeugung aus Steinkohle ging um 26 % zurück. Ursächlich hierfür ist vor allem die Covid-19-Krise in Verbindung mit dem priorisierten Netzzugang der Erneuerbaren Energieträger und dem intensiven Wettbewerb mit Gaskraftwerken. Gegenüber 2015 ging die Stromerzeugung aus Steinkohle auf 1/3 zurück. Dies heißt aber auch, dass dieses Drittel derzeit am Markt noch gebraucht wird!

Die erste Stilllegungsausschreibung im Rahmen der Beendigung der Kohleverstromung offenbart, dass das Design des Kohleausstiegs nicht zielgenau ist. Nicht die ältesten, sondern überraschenderweise die jüngsten, modernsten und größten Steinkohlenkraftwerke gehen zuerst. Die gesicherte Leistung wird in Deutschland bald knapp werden. Steinkohlenkraftwerke sind flexibel und könnten Erneuerbare passgenau unterstützen.

 

Berlin, den 15. Januar 2021

V.i.S.d.P: Verein der Kohlenimporteure e. V., Manfred Müller, Geschäftsführer