Pressemitteilung 1/2022

  • Steinkohle ist wichtige Säule der Versorgungssicherheit in Deutschland
  • Stromerzeugung aus Steinkohle erhöhte sich im Jahr 2021 um 26,7 %
  • Steinkohleeinfuhren sind 2021 um 24,5 % gestiegen
  • VDKi warnt weiterhin vor Crash-Transformation der deutschen Stromversorgung mit einem Kohleausstieg bis 2030
  • Absicherung der Energiewende durch Steinkohle – wichtig auch während der aktuell angespannten Marktsituation
  • Erholung der Weltkonjunktur belebt den Handel: Welthandel mit Steinkohle im Seeverkehr um fast 6 % gestiegen, globale Steinkohleförderung um über 5 % gestiegen
  • Stabwechsel in der Geschäftsführung im Februar: Jürgen Osterhage, ehemaliger ARD-Korrespondent, folgt auf Manfred Müller

Der Verlauf des Jahres 2021 veranschaulicht sehr deutlich, dass Versorgungssicherheit eines der wichtigsten Themen der Energiewende ist und auch bleiben wird.

Der vorletzte Akt im Ausstieg aus der Kernkraft in Deutschland, die Stillegung von 4 GW Kraftwerksleistung weist darauf hin, wie wichtig der verbleibende Sockel an regelbarer, gesicherter Leistung ist. Die Absicherung der Energiewende steht auch für den VDKi im Vordergrund, denn disponible Leistung ist bei einem immer weiter steigenden Anteil Erneuerbarer Energien unverzichtbar.

Ausdrücklich warnen möchten wir vor einer Crash-Transformation der deutschen Strom- und Fernwärmeversorgung innerhalb von wenigen Wahlperioden. Das bisher gut funktionierende System von unterschiedlich befeuerten fossilen Großkraftwerken mit gesicherter Leistung, auch und insbesondere als Back-up für Dunkelflauten , darf nicht überhastet destabilisiert werden. Wir betonen hierbei ausdrücklich die wichtige Rolle der Steinkohlekraftwerke für die Strom- und Fernwärmeversorgung. Angesichts angespannter Marktsituationen die Back-up Erzeugungskapazitäten ausschließlich auf Gas umzustellen, geht zu Lasten der Versorgungssicherheit und wird den Verbraucher*innen noch weiter steigende Kosten abverlangen.

Um die Transformation in eine nachhaltige und sichere Energieversorgung zu ermöglichen und den Unternehmen mit ihren Beschäftigten Zukunftsaussichten aufzuzeigen, bedarf es zügig energiepolitischer Weichenstellungen, die auch das Marktdesign betreffen.

Die Stromerzeugung aus Steinkohle erhöhte sich im Jahr 2021 um 26,7 %. Der Einsatz von Steinkohle in den Kraftwerken wurde begünstigt durch den extremen Preisanstieg der Wettbewerbsenergie Gas sowie die witterungsbedingt geringere Stromeinspeisung aus Windenergieanlagen. Beim Absatz an die Stahlindustrie profitierte der Energieträger von den konjunkturellen Effekten. Der Anteil der Steinkohle am gesamten Primärenergieverbrauch erhöhte sich von 7,5 auf 8,6 Prozent.

Die deutschen Steinkohleeinfuhren sind 2021 um 24,5 % oder 7,2 Mio. t auf rund 39 Mio. t deutlich gestiegen. Die Einfuhren von Kokskohlen erhöhten sich um 16 %, die Einfuhren von Kesselkohlen um 28 %.

Nach vorläufigen Berechnungen des VDKi ist die globale Steinkohleförderung 2021 um über 5 % auf 7,4 Mrd. t gestiegen. China hat im Jahr 2021 durch die schnelle wirtschaftliche Erholung mit 200 Mio. t wiederholt einen beachtlichen Produktionszuwachs. Aber auch Indien, USA und Russland, Vietnam und Kolumbien konnten davon profitieren und ihre Produktion steigern.

Der seewärtige Handel stieg ebenfalls um fast 6 % auf 1.180 Mio. t an. Dabei erhöhten sich die Ausfuhren der größten Steinkohleexportländer mit Ausnahme von Australien und Südafrika. Im Vergleich zum Vorjahr konnten Russland mit einem Zuwachs von 13 % und die USA mit einem Zuwachs von 44 % sogar die Exporte des Jahres 2019 übertreffen.

Der Vorstandsvorsitzende Alexander Bethe verabschiedet Geschäftsführer Manfred Müller und dankt ihm für die sehr gute Arbeit im schwierigen Jahr 2021, das von der Corona-Pandemie geprägt war. Nachfolgen wird ab 1. Februar 2022 der ehemalige ARD- Korrespondent Jürgen Osterhage.

 

Berlin, den 14. Januar 2022
V.i.S.d.P: Verein der Kohlenimporteure e. V., Manfred Müller, Geschäftsführer