Pressemitteilung 01/2026

Steinkohle-Kraftwerke zur Preisdämpfung und zur Schonung der Gasspeicher einsetzen

    • Steinkohle erfüllt ihre wichtige Back-Up-Pflicht – im letzten und in diesem Winter
    • Weltmarkt für Steinkohle weiterhin stabil – ohne geopolitische Störungen
    • CCU/CCS-Nachrüstung für moderne Steinkohlekraftwerke eine Alternative zur Schließung

Der Verein der Steinkohlenimporteure VDKi blickt auf ein akzeptables Jahr 2025 zurück. Sowohl im letzten Winter 24/25 als auch im gegenwärtigen Winter bilden Steinkohlekraftwerke eine zuverlässige Back- Up-Säule, um Deutschlands Stromnetze stabil zu halten. Im Gegensatz zur Braunkohle blieb der Verbrauch an importierter Steinkohle im Jahr 2025 stabil. Mit Tendenz nach oben. Der Steinkohle-import im Kraftwerksbereich stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Plus 15 % auf rund 15 Millionen Tonnen.  Der Import von Kokskohle für die Stahlproduktion ging hingegen um ca. 10 % zurück, rund 11 Millionen Tonnen. Ein Grund dafür war die schlechte Konjunktur auf dem deutschen Stahlmarkt.

Überdies: Die Steinkohle-Kraftwerke wurden stärker eingesetzt, da es auch im Sommer 2025 Phasen von geringerer Verführbarkeit von Erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und Windkraft gab.

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist festgehalten, dass Steinkohle-Reserve-Kraftwerke zur Abmilderung von Preisspitzen eingesetzt werden können. Vor diesem Hintergrund fragt sich der VDKi, warum der Koalitionsbeschluss nicht schon längst umgesetzt wurde.

Dazu kommt: Der aktuelle Füllstand der deutschen Gasspeicher liegt nach Angaben der Bundesnetzagentur bei aktuell unter 40%. Und ist damit erheblich geringer als vor einem Jahr. Damals lag er bei über 70 %. VDKi-Vorstandsvorsitzender Alexander Bethe:“ Warum werden Steinkohle-Reserve-Kraftwerke nicht stärker genutzt? Zur Preisdämpfung und zur Schonung der Gasspeicher“.

Schon mehrfach hat der VDKi darauf hingewiesen, dass es bei der Betrachtung der Gesamtemissionen (bei Gas ist es im wesentlichen Methan, 80-mal umweltschädlicher als CO2) nur geringe Differenzen zwischen Gas und Steinkohle gibt. Alexander Bethe:“ Warum werden diese beiden fossilen Energien so ungleich behandelt?“
Trotz der großen geopolitischen Herausforderungen verlief der Welthandel mit Kohle weitgehend ohne Komplikationen. Steinkohle für die deutschen Kraftwerke wurde vor allem aus den USA, aus Südafrika und Kolumbien importiert. Die Kokskohle für den Stahlbereich kam schwerpunktmäßig aus Australien.

Der VDKi möchte noch einmal ausdrücklich dafür werben, die Flotte der modernen Steinkohlekraftwerke mit CCU/CCS-Anlagen auszurüsten. Damit wäre ein klimaneutraler Back-Up-Betrieb möglich.

Das abgeschiedene CO2 könnte mit Tankschiffen ins benachbarte Ausland transportiert werden, um es dann in den ausgebeuteten Gaslagerstätten unter der Nordsee zu verpressen.
Die CCU/CCS-Nachrüstung moderner Kohlekraftwerke wäre zudem kostengünstiger als der Neubau von Gaskraftwerken, deren Klimabilanz nach einer Nachrüstung der Kohlekraftwerke auch schlechter wäre.

Angesichts der vielen geopolitischen Brennpunkte wie Südamerika oder der Nahe Osten lautet das Fazit von Alexander Bethe, VDKi-Vorstandsvorsitzender: “Ohne das Steinkohle- Back-Up wäre die Energiesicherheit in Deutschland ein Stück unsicherer. Der Welthandel mit Steinkohle ist weniger von geopolitischen Ereignissen beeinflusst. Steinkohle ist breit verfügbar und kann aus vielen Regionen der Welt beschafft werden”.


Berlin, den 23. Januar 2026
V.i.S.d.P: Verein der Kohlenimporteure e. V., Jürgen Osterhage, Geschäftsführer